
Best Gallery Presentation: Yves Macaux Gallery at Design Miami Paris (Image: Ivan Erofeev)
Paris steht in diesen Tagen ganz im Zeichen des Designs – von der Design Miami/ Paris bis zur großen Art-déco-Retrospektive im Musée des Arts décoratifs. Während Sammler in der Seine-Metropole auf die Suche nach seltenen Möbelunikaten gehen, blickt die Designwelt zugleich auf hundert Jahre Stilgeschichte zurück.
Doch auch abseits von Paris gibt es viel zu entdecken: Das Monocle Magazine nimmt uns mit auf eine Reise durch 40 Länder und ihre besten Möbelentwürfe, die Ausstellung „ALUMINIUM“ zur imm cologne würdigt ein Jahrhundert Materialinnovation, und ein Blick in die sozialen Medien zeigt, wie sich mit Castlecore märchenhafte Wohnwelten ins digitale Jetzt träumen.
Und schließlich erinnert der Tod von Rudolf Horn – dem „Mister Ikea des Ostens“ – daran, wie visionär und demokratisch Design sein kann, wenn es den Menschen ins Zentrum stellt.

Bureau Présidence (c. 1951) and Table à Plans (1951) by Jean Prouvé for Galerie Downtown François LAFFANOUR at Design Miami Paris 2025 (Image credit: Ivan Erofeev)
Design Miami/Paris: Die Highlights des Collectible Design
Wenn sich in Paris die führenden französischen und internationalen Designgalerien zur Design Miami/ Paris (bis Samstag, den 25.Oktober 2025) versammeln, wird die Seine-Metropole zum Mekka für Sammler außergewöhnlicher Möbelunikate. Hier präsentieren Galeristen, die den Begriff „Collectible Design“ entscheidend geprägt haben, ihre neuesten Entdeckungen und Ikonen des modernen Sammelns.
Neben zeitgenössischem Design finden Besucher auch seltene Vintage-Stücke – historische und moderne Möbel, Leuchten und Kunstobjekte, die Designgeschichte schreiben.
Das AD Magazin hat seine Favoriten aus der Pariser Messe kuratiert.

100 Jahre Art déco: Paris feiert die Stilwende der 1920er Jahre
Mit der Ausstellung „1925–2025. Hundert Jahre Art déco“ widmet das Musée des Arts décoratifs in Paris einer der einflussreichsten Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts eine große Retrospektive.
Art déco entstand aus dem Wunsch nach Veränderung – als Gegenentwurf zu den ornamentreichen Stilen des 19. Jahrhunderts und der Strenge der Moderne. Doch die Bewegung blieb vielgestaltig: „Art déco wurde von seinen Schöpfern nie theoretisiert und kann deshalb sehr unterschiedliche Ausdrucksformen annehmen“, erklärt Kuratorin Anne Monier Vanryb.
Die Schau vereint Mode, Möbel, Schmuck und Architektur und zeigt, wie facettenreich der Stil bis heute wirkt – zwischen Eleganz, Funktionalität und Glamour.
Nicht ganz zufällig zum 100. Jubiläum des Art Deco, kam vor wenigen Wochen der opulente Bildband “Berlin Deko - deutsche und europäische Möbel von 1910 - 1930“ heraus. Fast vergessen ist, dass Berlin vor und während der Bauhaus Zeit als wichtiges europäisches Zentrum für Innenarchitektur und Design galt. Das Buch schafft Aufklärung.
In 40 Designs um die Welt: Möbel mit Herkunft und Charakter
Das Monocle Magazine hat einen globalen Designkompass zusammengestellt – einen Leitfaden zu den besten Möbeln aus 40 Ländern. Jedes Stück erzählt von regionaler Handwerkskunst, kultureller Prägung und individuellem Stil.
Wie bei allen Rankings gilt: Es ist eine Auswahl. Doch sie zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig Design weltweit interpretiert wird – von minimalistischer japanischer Perfektion bis zu handgefertigten italienischen Klassikern.
Rudolf Horn ist tot: Der „Mister Ikea des Ostens“ wurde 96

Rudolf Horn, einer der bedeutendsten deutschen Designer der Nachkriegszeit, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Seine Entwürfe prägten das Wohnen in der DDR und beeinflussen das modulare Design bis heute.
Horn setzte auf Flexibilität, Nutzerorientierung und Wandelbarkeit – Möbel sollten sich dem Leben anpassen, nicht umgekehrt. Mit Konzepten wie dem MDW-System, Freischwingern und PUR-Wänden schuf er Designikonen, die auch Jahrzehnte später nichts an Aktualität verloren haben.
„Castlecore“: Wie Social Media das Wohnen ins Märchenzeitalter zurückführt
@briellemariesandra If Castle Core is the predicted aesthetic for 2025 here are some tips✨ Which Castle Core aesthetic is your favorite? #2025predictions #Cas... See more
Auf Plattformen wie Pinterest oder TikTok feiert ein neuer Interior-Trend sein Debüt: Castlecore. Der Stil inszeniert das Leben in einem imaginären Schloss – irgendwo zwischen viktorianischem England und Fantasy-Serie.
Vergoldete Spiegel, Samtvorhänge, Skulpturen, Kronleuchter und Kerzenlicht sind die Schlüsselrequisiten dieser Ästhetik. Farblich dominieren Bordeauxrot, Gold und Smaragdgrün – eine opulente Gegenwelt zur minimalistischen Moderne.
Pinterest hat den Trend bereits in seinen Pinterest Predicts 2025-Report aufgenommen – ein Hinweis darauf, dass das Märchenhafte in den kommenden Monaten wohl Einzug in viele Wohnzimmer halten wird.
Ausstellung „ALUMINIUM“ zur imm cologne
Zur imm cologne zeigt das Markanto Depot in Köln die Ausstellung „ALUMINIUM“ – eine Hommage an eines der vielseitigsten Materialien der Designgeschichte.
Die Schau präsentiert ikonische Möbelentwürfe des 20. Jahrhunderts von Marcel Breuer, Isamu Noguchi und Gio Ponti ebenso wie zeitgenössische Positionen von Sabine Marcelis, Muller Van Severen, Linde Freya Tangelder und Oskar Zięta.
So entsteht ein spannender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart – über Leichtigkeit, Materialästhetik und die Zukunft eines Metalls, das Designgeschichte geschrieben hat.
Vintage Pieces Kauftipps & Entdeckungen
Until next time,

Quiet design. Loud impact.



